Häusliches Gerichtsvollzieherbüro

10.05.2017

Können Aufwendungen für das Büro eines Gerichtsvollziehers in seinem Einfamilienhaus vollumfänglich abzugsfähig sein?

Gerichtsvollzieher G nutzt im Untergeschoss seines Einfamilienhauses ein Büro mit Vorraum, ein als Lagerraum genutztes WC und einen 50 qm großen Raum, ausgestattet mit mehreren Arbeitsplätzen, Besprechungstisch, Tresor, drei Druckern, Kopier- und Faxgerät sowie Aktenschränken. Das Büro ist über eine Außentreppe zu erreichen. Die Eingangstür verfügt über ein separates Schloss. Daneben ist ein Schild mit dem Landeswappen und der Aufschrift "Obergerichtsvollzieher" angebracht. Mit dem Büroschlüssel lassen sich weder die private Hauseingangstür noch die beiden innenliegenden Verbindungstüren zu den privaten Räumen öffnen. Es gibt zwei gesonderte Stellplätze, einen Briefkasten für private und berufliche Post sowie eine gesonderte Klingel für das Büro, das vom Präsidenten des Landgerichts als Geschäftszimmer genehmigt wurde. G hat mit elf weiteren Gerichtsvollzieherkollegen zudem noch eine Dreizimmerwohnung als Büroräume angemietet. Er teilt sich dort einen Raum mit vier Kollegen. Kundenbesuche hat er in seinen beiden Büros. Er beschäftigt eine Justizfachangestellte. G setzte in seiner Einkommensteuererklärung für 2012 bei seinen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit als Gerichtsvollzieher Werbungskosten in Höhe von 8.150 EUR an. Das Finanzamt berücksichtigte indes lediglich 1.250 EUR für ein häusliches Arbeitszimmer mangels dortigem Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit des G. Dieser war damit nicht einverstanden und bekam beim Finanzgericht Recht.

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