Weinhandel als Liebhaberei

26.06.2017

Steht der Nichtberücksichtigung eines verlustbringenden Weinhandels wegen Liebhaberei entgegen, dass der Steuerpflichtige damit seine GmbH fördert, deren Alleingesellschafter-Geschäftsführer er ist?

V ist von Beruf Versicherungsmakler. Bis 1996 war er selbständig tätig. Seitdem übt er diese Tätigkeit als Geschäftsführer der G-GmbH aus, deren Alleingesellschafter er ist. Die G-GmbH wird in dem Wohnhaus des V betrieben. Jedenfalls seit 1978 handelt V mit Wein, den er von einem ehemaligen Schulfreund bezieht, der ein Weingut betreibt. Den Weinhandel betreibt V ebenfalls in seinem Wohnhaus. Sein Kundenkreis sind Verwandte und Bekannte, vor allem aus dem Bereich seiner Versicherungstätigkeit. V hat Weinproben durchgeführt und Wein verschenkt, um Kunden für das Versicherungsgeschäft zu akquirieren und Kontakte aus dem Versicherungsgeschäft zu binden. Von 1996 bis 2013 schlossen sechs Jahre mit einem positiven Ergebnis und zwölf Jahre mit einem negativen Ergebnis ab. V erklärte in seinen Einkommensteuererklärungen für 2010 bis 2013 jeweils Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Rentenbezüge sowie die Ergebnisse aus seinem Weinhandel. Das Finanzamt war der Ansicht, der Weinhandel sei keine einkommensteuerrechtlich relevante Tätigkeit. Vor dem Hintergrund der seit 1996 bis 2013 aufgelaufenen Verluste, des Alters des V, des Fehlens einer Eintragung des Weinhandels in einem Branchenbuch, eines Internetauftritts und von Umstrukturierungsmaßnahmen sowie des Umstandes, dass der Weinhandel im privaten Wohnhaus des V betrieben werde, könne mit dem nebenberuflichen Weinhandel kein Totalgewinn erzielt werden. Das Finanzamt bekam beim Finanzgericht Recht.

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